Wer war eigentlich Albert Leo Schlageter?

Das Bild zeigt einen vom Peiner Architekten Anton Van Norden entworfenen und in den späten 1920'er Jahren aufgestellten Gedenkstein für "Albert Leo Schlageter", der sich auf dem "Luhberg" zu Peine befindet. Die meisten vor Ort und im Umfeld befragten Spaziergänger kannten weder Schlageter noch die Bedeutung des Denkmals.
Albert Leo Schlageter wurde in Schönau im Schwarzwald am 12. August 1894 geboren. Am 26. Mai 1923 wurde er wegen Sabotageakten im Ruhrkampf erschossen. Das Ruhrgebiet war zu dieser Zeit noch von den Franzosen besetzt. Aufgrund der besonderen historischen Situation wurde Albert Leo Schlageter für die nationalsozialistische Proganda zum letzten Soldat des Weltkrieges und gleichzeitig zum ersten Soldat des Dritten Reiches. Die Nationalsozialisten konnten in Schlageter natürlich nicht den "Terroristen" sehen. Sein Kampf gegen die Besatzungsmacht war die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Nach seiner Verhaftung galt er somit für die NS-Propaganda als Kriegsgefangener und nach seinem Tod wurde er folgerichtig zur Heldengestalt des ersten Weltkrieges. Diese Verehrung der Krieger gegen den Versailler Vertrag nahm im III. Reich Formen an, die an säkularisierte nationale Heiligenverehrungen grenzte.

Eine andere Quelle berichtet: Schlageter war Angehöriger eines der nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen Freikorps und wurde von den französischen Besatzungstruppen nach einem Attentat auf eine Bahnlinie im Ruhrgebiet am 26. Mai 1923 standrechtlich erschossen. Er wurde zu einem Symbol des Widerstandes gegen den Versailler Vertrag - auch die KPD proklamierte 1923 für einige Zeit einen "nationalen Kurs" unter Hinweis auf ihn. Am 20.6.1923 würdigte Karl Radek, sowjetisches Präsidiumsmitglied der Komintern, den Rechtsterroristen als "mutigen Konterrevolutionär". Er beabsichtigte einen Brückenschlag zum rechten Radikalismus. Für die Nationalsozialisten war er "der erste nationalsozialistische Soldat". Schlageter war seit 1922 Mitglied der NSDAP.
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